ESG Aktienindex-Futures
Du fragst Dich wie genau EVERGREEN investiert? Hier erfährst Du alles über unsere ESG Aktienindex-Futures und die Aktienquote Deines Depots.
Inhaltsverzeichnis
- ESG Aktienindex-Futures: So investiert Evergreen
- Passive Dynamic Investing (PDI) — was steckt dahinter?
- Indizes als passives Investment
- Das Handeln von Indizes
- Indexabbildung mit Futures
- Aktienindex-Futures von Evergreen
- Nachhaltigkeit der Aktienindizes von Evergreen
- Informationen zu unseren Aktienindexfutures
ESG Aktienindex-Futures: So investiert Evergreen
Geldanlage bei Evergreen bedeutet dynamische Allokationssteuerung über Aktien‑, Renten- und Kassequoten. Aber was ist die Aktienquote und woraus setzt sie sich zusammen? Oder genauer gefragt, in welche Aktien investiert Evergreen überhaupt? In diesem Blogbeitrag geben wir Dir einen kleinen Einblick in unsere ESG Aktienindex-Futures.
Passive Dynamic Investing (PDI) — was steckt dahinter?
Evergreen verfolgt mit der Risikomanagement-Strategie Passive Dynamic Investing (PDI) einen passiven Investitionsansatz. PDI bedeutet für Anleger:innen, dass die Aktienquote aktiv gesteuert, das zugrundeliegende Aktienuniversum der Aktienquote jedoch passiv ausgewählt wird. Passiv heißt, dass – anstatt aktiv Einzelaktien auszuwählen – passiv der gesamte Aktienmarkt abgebildet wird.
Passive Investmentansätze sind heutzutage Standard in der Asset Management Branche und dienen als Grundlage für Produkte wie ETFs. In der Regel beruht ein passives Investment auf sogenannten Indizes. Diese können sich als ein theoretischer Basket an Aktien vorgestellt werden. Die Auswahl der Aktientitel wird von Indexanbietern (wie MSCI, FTSE, S&P etc.) vorgenommen. Folglich ergibt sich die Performance des Index aus der gewichteten Performance der Einzeltitel. Wichtig zu verstehen ist, dass es sich bei einem Index um ein rein theoretisches Konstrukt handelt. Der Indexanbieter stellt lediglich die Liste der Einzeltitel zusammen und kümmert sich um die Gewichtung der Einzeltitel innerhalb des Index. Ein Index selbst ist nicht handelbar!
Indizes als passives Investment
Inwiefern sind Indizes nun passive Produkte? Indizes werden meist genutzt, um große Mengen an Aktien, welche nach systematischen Kriterien gefiltert werden, zu bündeln. So kann bei passiven Investments hoher Aufwand – i.e. alle Aktien einzeln auswählen zu müssen – vermieden werden. Die Aktien werden nach Kriterien wie Unternehmensgröße (z.B. MSCI World), geografischen Schwerpunkten (z.B. EuroStoxx 50) oder sektoralen Schwerpunkten (z.B. NASDAQ 100 Technologie) gefiltert. Es fließt jedoch keine Bewertung der Einzeltitel in den Index ein.
Das Handeln von Indizes
Wie kann ich dann in einen Index investieren, wenn Indizes theoretische Konstrukte sind, die nicht handelbar sind? Um einen Index zu handeln, gibt es verschiedene Produkte, die den Index abbilden. Ein Standardprodukt ist z.B. der replizierender ETF. Ein ETF ist meist nichts anderes als ein Fonds, der Einzeltitel nach den Gewichtungen kauft, die von einem Index vorgegeben werden¹. Mit anderen Worten: Die Aktienauswahl trifft der Indexanbieter, während der ETF-Anbieter den Index durch Replikationen handelbar macht.
Indexabbildung mit Futures
Es gibt jedoch auch andere Produkte, die einen Index abbilden, wie z.B. Futures. Ein Future ist ein verpflichtendes Termingeschäft. Bei einem Aktienindex-Future verpflichten sich die Käufer:innen zu einem bestimmten Zeitpunkt den zugrunde liegenden Basket des Index zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Da dies jedoch sehr aufwändig wäre, wenn ein Index z.B. tausende Aktien beinhaltet, hat man sich darauf geeinigt, dass Aktienindex-Futures „Cash gesettled“ werden. Dies bedeutet, dass Kaufende den Verkaufenden die Differenz zwischen dem vereinbarten Kaufpreis und dem tatsächlichen Kaufpreis zum Zeitpunkt des Termingeschäftes auszahlen, bzw. andersherum, wenn die Differenz negativ ist. Die Spezifikationen solcher Future-Kontrakte werden dabei von Börsen festgelegt und beinhalten oftmals einen sogenannten Hebel in Form der Kontraktgröße. Grundlegend bilden ein ETF und ein Aktienindex-Future, welchen derselbe Index zugrunde liegt, denselben Sachverhalt ab.
Unser Beispiel zeigt: Der ETF hat ebenfalls eine fast, aber nicht exakt gleiche Performance im Vergleich zu Futures, da hier zusätzlich Kosten anfallen. Außerdem sind die Transaktionskosten – i.e. Handelskosten und Spreads – bei Futures deutlich geringer als bei ETFs. Daher sind Futures bei professionellen Anbieter:innen ein beliebtes Produkt, um in Aktienindizes zu investieren. Für Privatanleger:innen ist es oftmals „zu gefährlich“ in Futures zu investieren, da es verschiedene Spezifikationen zu beachten gibt. Wenn man diese Spezifikationen jedoch kennt und versteht, ist der Future eine vorteilhafte Alternative zum ETF-Investment in Aktienindizes². Evergreen nutzt in dem Fonds Evergreen Sustainable World Stocks ausschließlich Aktienindex-Futures, um Aktieninvestments zu tätigen.
Aktienindex-Futures von Evergreen
Nachdem nun klar ist, was ein Aktienindex ist und wie ein solcher über Aktienindex-Futures abgebildet wird, stellt sich die Frage, welche Indizes Evergreen innerhalb der Aktienquote nutzt. Im Fonds Evergreen Stable World Fund werden vier verschiedene Aktienindizes genutzt, um ein global diversifiziertes Portfolio mit über 2.600 Einzelunternehmen zusammenzustellen:
Die Gewichtung der einzelnen Indizes bleibt, innerhalb gewisser Bandbreiten, konstant, auch wenn die Aktienquote geändert wird. Das kann folgendermaßen aussehen:
„Grundsätzlich folgt unser Aktienportfolio der globalen Marktkapitalisierung und ähnelt daher global diversifizierten Indizes. Uns ist es wichtig, dass nicht nur Industrieländer, sondern auch Schwellenländer im Portfolio vertreten sind. Das trägt auch dazu bei, dass Klumpenrisiken innerhalb des Aktienportfolios reduziert werden. Indizes, die einer strikten Auswahl nach Marktkapitalisierung folgen, werden vor allem von US-amerikanischen und Technologie-Aktien dominiert. So liegen etwa der US-Anteile eines nach Marktkapitalisierung gewichteten Index bei 50% bis 70%. In unserem Aktienportfolio liegt dieser Wert hingegen bei unter 50%.“
Nachhaltigkeit der Aktienindizes von Evergreen
Die meisten der von Evergreen ausgewählten Aktienindizes werden als nachhaltige Indizes klassifiziert, d. h. dass bei der Zusammenstellung der Indizes nachhaltige Kriterien berücksichtigt werden. Praktisch bedeutet das, dass über Negativkriterien bestimmte Unternehmen und Branchen aus dem Index ausgeschlossen werden. Damit wird ein Minimum an Nachhaltigkeit sichergestellt. Futures unterliegen der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) zwar nicht, die meisten der von uns verwendeten Indizes sind aber ebenfalls als ETFs handelbar und sind dabei gemäß Artikel 8 der SFDR klassifiziert. Der tatsächliche nachhaltige Impact solch passiver Investments sollte jedoch infrage gestellt werden. Es sollte Anleger:innen klar sein, dass passive Investments nur sehr geringen nachhaltigen Impact erzeugen können und eher der Kategorie „Do Not Harm“ (“nicht schädlich”) zuzuordnen sind. Bei Evergreen gilt, dass Aktieninvestments in nachhaltige Indizes zwar zulässig sind, wirklicher nachhaltiger und sozialer Impact jedoch nur über unsere Impact Investments erzeugt werden kann.
¹ Zusätzlich zu physisch replizierenden ETFs existieren es auch synthetische ETFs. Diese bilden Indizes über Tauschgeschäfte (Swaps) anstelle direkter Aktieninvestments ab.
² Risikohinweis: Privatanleger:innen sollten vorsichtig sein, wenn sie in Futures investieren möchten. Durch das bindende Termingeschäft sind Verluste über dem ursprünglichen Investment (bei Futures 0 €) möglich und es besteht eine sogenannte Nachschusspflicht.
Beispiel
Ein:e Anleger:in möchte 10.000 € in den EuroStoxx 50 investieren. Der EuroStoxx 50 ist ein Aktienindex der Eurex, welcher die 50 größten, börsennotierten Unternehmen des Euro-Währungsgebiets beinhaltet. Er gilt als Leitindex Europas. Dieses Investment kann nun sowohl über Futures als auch über ETFs abgebildet werden.
ETF: Investment von 10.000 € in ausgewählten ETF (z.B. ISIN: DE0005933956). Wenn der Index eine Performance von +1% aufweist, entwickelt sich der ETF folgendermaßen: +1% Performance abzüglich der anfallenden ETF-Gebühren und möglicher Replikationsfehler. Der Wert der Anlage steigt somit um ungefähr 100 €. Der Replikationsfehler bezeichnet den Fehler, dass ETFs nicht immer auf die Kommastelle genau den Index abbilden können.
Aktienindexfuture: Investment von 0 € in einen Future mit Preis von 1.000 € sowie einem Hebel von 10 € (z.B. ISIN: DE0009652388). Man mag sich fragen, wie ein Investment von 0 € möglich ist. Hier gilt es aber zu beachten, dass mit dem Investment von 0 € ein bindendes Termingeschäft abgeschlossen wurde*. Wenn der Index eine Performance von +1% aufweist, entwickelt sich der Aktienindexfuture folgendermaßen: +1% Performance x 1.000 € Preis x 10 € Kontraktgröße abzüglich möglicher Replikationsfehler. Der Wert der Anlage steigt somit um ungefähr 100 €. Der Replikationsfehler bezeichnet hier den Fehler, dass Thematiken wie Dividenden innerhalb des Index, Zinsen oder Delivery-Mechanismen zu kleinen Differenzen in der Replikation des Index führen können.
Die Performance eines Aktienindex und eines Futures ist annähernd identisch!
*In der Praxis existieren sog. Margin-Verpflichtungen. Dies bedeutet, dass beim Future-Kauf Sicherheiten gestellt werden müssen, um zu gewährleisten, dass den eingegangenen Verpflichtungen auch nachgekommen werden kann.
Informationen zu unseren Aktienindexfutures
- STOXX® Europe 600 ESG‑X
„Der STOXX® Europe 600 ESG‑X Index basiert auf dem STOXX® Europe 600 Index, einer der wichtigsten europäischen Benchmarks, wobei standardisierte ESG-Ausschlusskriterien angewendet werden. Mit einer festen Anzahl von 600 Komponenten repräsentiert der STOXX Europe 600 Index Unternehmen mit großer, mittlerer und kleiner Marktkapitalisierung aus 17 Ländern der europäischen Region: Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Das ESG-Screening basiert auf der verantwortungsvollen Politik führender Asset Owner und zielt darauf ab, Reputations- und idiosynkratische Risiken zu reduzieren. STOXX schließt Unternehmen aus, die Sustainalytics auf der Grundlage des Global Standards Screening als nicht konform ansieht, die in umstrittene Waffen involviert sind, die Tabak produzieren und die entweder Einnahmen aus dem Abbau oder der Exploration von Kraftwerkskohle erzielen oder die über Stromerzeugungskapazitäten verfügen, die Kraftwerkskohle nutzen.
- MSCI Emerging Markets ESG Screened
„Der MSCI Emerging Markets ESG Screened Index basiert auf dem MSCI Emerging Markets Index, seinem Mutterindex, und umfasst große und mittelgroße Unternehmen aus 27 Schwellenländern. Mit 1.418 Konstituenten deckt der Index etwa 85% der um den Streubesitz bereinigten Marktkapitalisierung in jedem Land ab. Der Index schließt Unternehmen aus dem Mutterindex aus die mit umstrittenen, zivilen und nuklearen Waffen und Tabak in Verbindung gebracht werden, die Einnahmen aus der Förderung von Thermalkohle und Ölsand erzielen Ölsandabbau erzielen und die nicht mit den Grundsätzen des Global Compact der Vereinten Nationen übereinstimmen.“
- NASDAQ 100
„Der NASDAQ-100-Index umfasst 100 der nach der Marktkapitalisierung größten inländischen (USA) und internationalen Nicht-Finanzunternehmen, die an der NASDAQ Börse notiert sind. Der Index spiegelt Unternehmen aus den wichtigsten Branchengruppen wider, darunter Computer Hardware und Software, Telekommunikation, Einzelhandel/Großhandel und Biotechnologie.“
- S&P 500 ESG*
„Der S&P 500 ESG Index ist ein breit angelegter, nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Wertentwicklung von Wertpapieren messen soll, die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, wobei die Gewichtung der Branchengruppen insgesamt ähnlich ist wie beim S&P 500. Der S&P 500 wurde 1957 gegründet und war der erste nach Marktkapitalisierung gewichtete Aktienindex der USA. Der weltbekannte Index umfasst 500 der größten Unternehmen in den führenden Branchen der US-Wirtschaft“
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.